Studie zu Low-Carb-Diäten verdirbt Lust auf Fleisch und Quark

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Über die beste Methode zum Abnehmen streiten sich Experten immer wieder. Populär sind Low-Carb-Diäten, bei denen Kohlenhydrate zugunsten eines erhöhten Eiweiß- und/oder Fettverzehrs reduziert werden. Leider sind die Erkenntnisse bezüglich dieser Diätform, vor allem zu den Langzeiteffekten, jedoch mangelhaft und widersprüchlich. Eine neue Studie, die vor wenigen Tagen in The Lancet veröffentlicht wurde, lässt nun erneut mit erschreckenden Ergebnissen hinsichtlich des Sterblichkeitsrisikos Zweifel an dieser Diät aufkommen. Und während die meisten nun darüber diskutieren, ob Low-Carb-Diäten das Leben wirklich verkürzen, übersehen viele einen wichtigen Punkt: Pflanzliche Eiweißquellen schneiden in dieser Studie besser ab als ihr tierisches Pendant.

Studie untersucht Low-Carb-Trend

Daten zum Langzeiteffekt von Low-Carb-Diäten auf das Sterblichkeitsrisiko waren bisher nur unzureichend  verfügbar und zudem widersprüchlich. Um neue Ergebnisse zu gewinnen, untersuchte das Team um Dr. Sara Seidelmann daher im Rahmen einer groß angelegten Studie unter anderem die Verbindung zwischen der Sterblichkeit und Verzehrmenge von Kohlenhydraten (Prozent der Energieaufnahme).

Die Ergebnisse wiesen unter anderem auf, dass ein moderater Konsum von Kohlenhydraten (50-55 % der Energie) mit dem geringsten Sterblichkeitsrisiko verbunden war, und dass sowohl ein hoher als auch ein niedriger Konsum das Risiko erhöhten. Studienteilnehmer, die also rund die Hälfte ihrer täglichen Kalorien aus Kohlenhydraten bezogen, hatten somit eine geringfügig längere Lebenserwartung als Teilnehmer, die nur sehr wenige oder viele Kohlenhydrate zu sich nahmen.

Low Carb ist nicht gleich Low Carb

Bei Low-Carb-Diäten wird die erhöhte Zufuhr von Eiweißen und Fetten oft durch einen erhöhten Verzehr von tierischen Produkten erzielt. Viele Menschen denken – fälschlicherweise – bei eiweiß- und fettreichen Lebensmitteln nur an Fleisch– und Milchprodukte. Doch genau hier scheint das Problem zu liegen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigte nämlich auf, dass die Sterblichkeit von der Quelle der Makronährstoffe abhängig war. So stieg die Sterblichkeit, wenn Kohlenhydrate durch tierische Fette und Eiweiße ersetzen wurden – sank aber, wenn stattdessen pflanzliche Fette und Eiweiße zugeführt wurden. Kohlenhydratarme Ernährungsformen, bei denen Fett und Eiweiß also aus Rind-, Lamm-, Schweinefleisch und Hühnchen bezogen wurden, waren demnach mit einer etwas kürzeren Lebenserwartung verbunden; solche, bei denen Gemüse, Nüsse, Erdnussbutter und Vollkornbrot die Quellen darstellten, zeichneten sich hingegen durch eine längere Lebenserwartung aus.

Vegan – nicht nur gut für die Tiere

Anhand der gewonnenen Daten kam das Forscherteam unter anderem zu dem Schluss, dass von Low-Carb-Diäten mit einem hohen Anteil an tierischen Lebensmitteln abzuraten ist. Alternativ könnten bei einer Einschränkung von Kohlenhydraten mehr pflanzliche Fette und Eiweiße verzehrt werden.

Dass eine vegane Ernährung für die Tiere und die Umwelt die beste Entscheidung ist, ist klar. Das Schöne ist aber, dass pflanzliche Lebensmittel zudem einen großen Gesundheitsvorteil mit sich bringen. Auch die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin.

Wenn auch Sie von den Vorteilen einer veganen Ernährung profitieren wollen, dann werfen Sie doch mal einen Blick in unsere Ernährungspyramide. Diese berücksichtigt nicht nur einen moderaten Kohlenhydratverzehr, sondern zeigt zudem, wie sich der Eiweiß- und Fettbedarf problemlos mit pflanzlichen Quellen decken lässt.