Betrunkener Jäger schlägt streng geschützten Auerhahn tot

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Update August 2020

Betrunkener Jäger und Mittäter für Tötung des Auerhahns verurteilt
Das Amtsgericht Titisee-Neustadt verurteilte den Täter Dorian I. Anfang August 2020 nach Jugendstrafrecht wegen Verstößen gegen das Tier- und Bundesnaturschutzgesetz sowie wegen Jagdwilderei zu einem einwöchigen Dauerarrest und einer Geldauflage von 1.000 Euro. Zudem gilt für ihn ein sechsmonatiges Jagdverbot. Der Mittäter Alex Niklas B. hat mit dem Aufscheuchen und Stören eines geschützten Wildtiers ebenfalls gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen und wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.300 Euro verurteilt.

„Wir sind froh, dass dieser Fall von der Staatsanwaltschaft Freiburg zur Anklage gebracht wurde und begrüßen das Urteil des Amtsgerichts. Das Töten oder Quälen eines Tieres – ganz gleich welcher Art – ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die auch nicht mit Alkoholeinfluss zu rechtfertigen ist“

Dr. Edmund Haferbeck, PETA Deutschland

Die Verurteilten gaben an, dass das Tier angegriffen habe und aus Notwehr gehandelt wurde. PETA weist darauf hin, dass Auerhähne ein Gewicht von vier bis fünf Kilogramm erreichen – es ist demnach nicht glaubwürdig, dass die Täter das Tier in Notwehr töten mussten. Auch der Richter betonte während der Verhandlung mehrfach, dass es sich nicht um Notwehr gehandelt haben könne. Da Dorian I. zudem Jäger ist, wäre die Tat nicht mit Unwissenheit im Umgang mit Wildtieren zu begründen gewesen.

Am Feldberg im Schwarzwald hat ein Jäger am 10. August 2019 einen Auerhahn mit einer Flasche erschlagen. Der Jäger war gemeinsam mit einem anderen Mann auf dem Rückweg vom Laurentiusfest und betrunken, als er den Auerhahn mit heftigen Tritten und Schlägen tötete. Die Männer behaupteten anschließend, der Auerhahn hätte sie angegriffen und sie hätten ihn aus Notwehr töten müssen.

Angriff rechtfertigt keine Tötung

Ist es möglich, dass der Auerhahn die beiden Männer derart aggressiv angegriffen hat, dass sie sich nicht anders zu verteidigen wussten?

„Auerhähne erreichen ein Gewicht von vier bis fünf Kilogramm – dass der Mann das Tier in Notwehr töten musste, ist daher nicht glaubwürdig.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA

Auch sollte der Jäger durch seine Tätigkeit genug Wissen über Wildtiere haben, um den Auerhahn nicht zu erschlagen. Außerhalb ihrer Balzzeit von März bis Juni ist auch kein aggressives Verhalten von Auerhähnen bekannt. Das Argument der Notwehr kann demnach wohl nur eine Schutzbehauptung sein.

Auerhähne sind streng geschützt

In Deutschland gibt es nur noch wenige hunderte Auerhahnpaare, weshalb die Tiere gemäß Bundesnaturschutzgesetz als streng geschützte Art gelten. Im Schwarzwald, wo es zu der brutalen Tötung kam, leben aktuell ca. 200 Vögel und damit die größte Auerhahnpopulation Deutschlands.

PETA erstattet Strafanzeige

Wir von PETA werden Strafanzeige gegen den Jäger erstatten und fordern das zuständige Landratsamt dazu auf, dem Mann den Jagdschein und die Waffenbesitzkarte zu entziehen.

Was Sie tun können

Medienberichten zufolge hat eine Personengruppe beobachten können, wie die beiden Männer den Auerhahn erschlugen. Sollten Sie ebenfalls Zeuge von Tierquälerei oder unerlaubter Tötung eines Tieres sein, handeln Sie bitte, ohne dabei selbst die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit zu überschreiten! Kontaktieren Sie die örtliche Polizei oder uns und melden Sie den Fall.