So unterstützte Florin unser Kastrationsprogramm in Rumänien

Teilen:

Rumänien hat nicht gerade den Ruf, ein tierfreundliches Land zu sein. Immerhin leben hier etwa 600.000 heimatlose Hunde und Zehntausende Katzen auf der Straße. Viele andere Hunde werden draußen in schweren Ketten gehalten, wo sie Wind und Wetter ausgeliefert sind. Nicht einmal die Hunde mit Halter sind im Normalfall kastriert – und das, obwohl Rumänien ein Kastrationsgesetz für Hunde hat.

Doch es ist immer leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Das Hundeproblem ist für Rumänien allein nicht in den Griff zu bekommen. Deshalb ist es die Pflicht von uns allen, den Hunden und Katzen zu helfen. Es braucht Aufklärung, medizinische Versorgung und so viele Kastrationen wie möglich, damit sich die Tiere nicht noch weiter vermehren. Man muss sich vorstellen: Aus einer einzigen Hündin können innerhalb von sechs Jahren ca. 67.000 Nachkommen entstehen! Jahr für Jahr werden viele tausende Hunde eingefangen und in städtische Tierheime oder Tötungsstationen gebracht.

Zusammen mit Eduxanima haben wir daher unser Kastrations- und Bildungsprogramm ins Leben gerufen, durch welches wir jährlich etwa 4.000 Tiere kastrieren, registrieren sowie medizinisch versorgen. Neben den heimatlosen Hunden kümmern wir uns auch um Hunde mit Halter und versorgen diese zusätzlich mit Laufleinen, neuen Hundehütten und Stroh.

Im Rahmen unseres Programms stehen wir außerdem mit lokalen Politikern und Bürgermeistern in Kontakt und ermöglichen Tierschutzunterricht an rumänischen Schulen.

Während unserer Arbeit in Rumänien kreuzen immer wieder Menschen unsere Wege, die Spuren in unserem Herzen hinterlassen. Engagierte und herzliche Tierfreunde, die mit uns für die Hunde und Katzen kämpfen.

Einen ganz besonderen Tierfreund namens Florin möchten wir Ihnen hiermit vorstellen. Menschen wie er sind der Beweis, dass Rumänien gar nicht so tierfeindlich ist, wie es vielleicht scheint.

Unsere Begegnung mit Florin

Als wir in der rumänischen Gemeinde Vladesti waren, brachte der 19-jährige Florin seinen Hund zu unserer mobilen Kastrationsklinik. Er war glücklich darüber, dass wir ihm eine kostenlose Kastration ermöglichen konnten und entschied sich, bei uns zu bleiben, um uns bei der Arbeit zu helfen.

Florin kam jeden einzelnen Tag zu uns. Er kümmerte sich um die Hunde, die aufgrund der medizinischen Rehabilitation bei uns waren und ging mit ihnen spazieren. Auch säuberte er bereitwillig ihre Käfige oder bürstete ihr Fell.

Andere Menschen spornte er an, auch ihre Hunde kastrieren zu lassen und besuchte mit uns verschiedene Hundehalter, um nach dem Wohlergehen der Tiere zu sehen.

Als wir Florin zu Hause besuchten, verschlug es uns den Atem. Der Fußboden der winzigen Unterkunft bestand aus Erde und es gab lediglich zwei Zimmer. In einem hausten seine Eltern und seine 14-jährige Schwester und im anderen er selbst. Es brach uns das Herz, in welcher Armut Florin leben musste.

An unserem letzten Tag in Vladesti konnte Florin nicht aufhören zu weinen. Wir waren in all der Zeit zu einer Art Familie geworden und hatten ihm zum ersten Mal die Anerkennung geschenkt, die ihm sein Leben lang verwehrt geblieben war.

Wir werden den intelligenten und mitfühlenden Florin niemals vergessen und hoffen, dass er durch diese Erfahrung gelernt hat, wie viel er allein ausrichten kann, um einen Unterschied für die Tiere zu machen.

Update: Aktuell macht Florin ein 2-monatiges Praktikum bei uns – mit Aussicht auf Festanstellung!
 

Bitte helfen Sie!

Ohne Ihre Hilfe bleibt der Kampf für die Hunde und Katzen in Rumänien ein Kampf gegen Windmühlen.

Je weiter wir in den ländlichen Gegenden vorrücken, desto mehr Armut und Unwissenheit begegnen wir und desto dramatischer ist die Situation für die Tiere. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende, dass wir noch vielen weiteren Hunden und Katzen helfen können.