Anzeige: Fliegen als Kunstobjekt getötet und ausgestellt

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Hunderte Fliegen wurden über Wochen mit Zucker und Wasser ernährt, um sich möglichst zahlreich zu vermehren – und um zu einem späteren Zeitpunkt durch eine elektrische Fliegenfalle getötet zu werden. Was sich nach fürchterlicher Tierquälerei anhört, hat tatsächlich so stattgefunden: Im Kunstmuseum Wolfsburg präsentierte der Künstler Damien Hurst im Sommer 2022 „A Hundred Years“. In einer Installation wurden die lebenden Tiere ausgestellt, die teilweise in einem anderen Bereich gewaltvoll umgebracht wurden.

Wir von PETA Deutschland erstatteten Anzeige beim Veterinäramt – und bekamen Bestätigung. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr zu dem Fall.

Wir von PETA Deutschland baten das Veterinäramt, einzuschreiten

Nach § 1 des Tierschutzgesetzes darf niemand einem Tier ohne „vernünftigen Grund“ Leiden oder Schäden zufügen. Dass Fliegen in einer Installation eines Kunstobjekts getötet werden, wird nicht als „vernünftiger Grund“ angesehen. Wir von PETA Deutschland haben das Veterinäramt der Stadt Wolfsburg gebeten, weitere Tiertötungen zu untersagen. Die Behörde hat uns mitgeteilt, dass dem Verantwortlichen eine mündliche Verwarnung ausgesprochen wurde – die Installation war zum Zeitpunkt der Meldung in der Form beendet.

„Tiere zu töten hat nichts mit Kunst zu tun, es zeigt lediglich die Überheblichkeit von Menschen, die für ihre eigenen Interessen buchstäblich über Leichen gehen. Wir sind dankbar, dass die Behörde den Verantwortlichen die Grenzen aufgezeigt hat, auch wenn wir uns eine rechtliche Ahndung der sinnlosen Tötungen in Wolfsburg gewünscht hätten. Nur weil die Tiertötungen zum Zeitpunkt unserer Meldung schon beendet waren, kamen die Verantwortlichen mit einer Ermahnung davon. Wir werden weiterhin Tiermissbrauch für vermeintliche Kunstobjekte konsequent zur Anzeige bringen.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland

Kein Tier darf ohne „vernünftigen Grund“ getötet werden

Fliegen zählen zu den Zweiflüglern und gehörten zu der Spezies der Insekten. Sie sind schlau, wahre Kletterathleten und sehr flink. Die intelligenten Tiere haben in der Gesellschaft häufig einen schlechten Ruf und werden oft abgewertet, obwohl sie fühlende Lebewesen sind. Diese Form der Diskriminierung heißt Speziesismus.

Speziesismus tritt immer dann auf, wenn sich ein Mensch aufgrund der Annahme, er sei einer anderen Spezies überlegen, über ein Lebewesen stellt – es ausbeutet, quält oder tötet. Dass die Fliegen als „Kunstwerk“ im Kunstmuseum Wolfsburg lebendig eingesperrt, gequält, „ausgestellt“ und daraufhin gerötet werden, ist Tierquälerei.

Geben Sie Tieren Ihre Stimme: Melden Sie Tierquälerei!

Sollten Sie einen Fall von Tierquälerei beobachten, können Sie diesen uns oder dem Veterinäramt melden. Je mehr Informationen Sie uns zum Tatbestand zur Verfügung stellen, desto besser. Machen Sie gerne Fotos und/oder Videoaufnahmen und melden Sie uns die Tierquälerei über das Whistleblower-Formular.