Ehemaliger Pelzhändler wendet sich gegen die Pelzindustrie

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Ein Jahrzehnt lang war Mike Moser das öffentliche Gesicht der britischen Pelzindustrie. Seine Hauptaufgabe bestand darin, den Verkauf von Pelz zu fördern und die Profite dieser grausamen Industrie zu steigern. Nun hat er seinen Posten als CEO der britischen Pelzhandelsorganisation aufgegeben und unterstützt stattdessen die „Fur Free Britain“-Kampagne, die ein Handelsverbot von Pelz in Großbritannien fordert – denn Moser hat endlich erkannt hat, wie barbarisch die Pelzindustrie wirklich ist. [1]

Handelsverbote für Pelzprodukte längst überfällig

Zwar gehört Großbritannien zu den ersten Ländern, die bereits vor über 20 Jahren ein Pelzfarmverbot einführten, doch Moser geht dieser Schritt nicht weit genug:

„Es ist moralisch fragwürdig, die Produktion von Pelzen im Inland zu verbieten, aber ihren Import und Verkauf weiterhin zuzulassen.“


Damit schließt er sich einer Reihe fortschrittlicher Initiativen für Pelzverkaufsverbote auf der ganzen Welt an. So ist im US-Bundesstaat Kalifornien etwa der Verkauf neuer Pelzwaren ab 2023 verboten. Nur durch konsequente Handelsverbote kann das Leid auf Pelzfarmen dauerhaft beendet werden. 

Diese Tierquälerei steckt hinter Pelz

In der Pelzindustrie werden Abermillionen Tiere aus Profitgründen ihr Leben lang in viel zu kleinen Käfigen gehalten. Die harten Gitterböden schneiden sich tief in ihre empfindlichen Pfoten, der systematische Platz- und Beschäftigungsmangel sorgt für Trostlosigkeit und Verzweiflung. Weil die Tiere ihrem natürlichen Bewegungsdrang nicht nachgehen können, entwickeln sie massive Verhaltensstörungen, wie etwa ständiges Im-Kreis-Drehen oder Selbstverstümmelungen. Nach einem leiderfüllten Leben werden sie auf grausame Weise getötet und gehäutet.

Speziesismus: Wen lieben, wen töten?

Seinen Sinneswandel beschreibt Mike Moser so:

„Auf der einen Seite, überhäufte ich meinen Hund Barney mit Liebe, aber beruflich verteidigte ich gleichzeitig die Praktik, Nerze und Füchse ihr gesamtes Leben in Käfige zu sperren, die teilweise nicht größer als ein Hund waren. Das ist widersprüchlich.“


Das Gefühl, das Moser beschreibt, hat sogar einen Namen: Speziesismus. Dabei handelt es sich um eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft und dazu führt, dass Tiere mit denselben Bedürfnissen in unterschiedlichen Kategorien eingestuft werden. So werden beispielsweise Nerze für die Produktion von Bekleidung getötet, mit dem Hund teilt man jedoch das Sofa.

Zertifikate nutzlos: Es gibt keinen tierfreundlichen Pelz

Mit der Einführung eigener Standards oder Marketinglabel versucht die Pelzindustrie, die Verbraucher über das Leid der Tiere hinwegzutäuschen – dazu gehört auch das Label „Origin Assured“. Dieses verweist jedoch lediglich auf bestehende Verordnungen oder Gesetze im Herkunftsland, aber nicht auf deren Einhaltung oder Kontrollen. Als Insider der Pelzindustrie sieht Mike Moser ein grundsätzliches Problem bei der Feststellung der Herkunft von Pelzprodukten:

„Für die Mehrheit aller Pelzprodukte, die in Großbritannien verkauft werden […], wie Besätze oder Bommel, ist eine Rückverfolgung nicht gegeben. Doch selbst, wenn wir das beste System der Rückverfolgung hätten, würden die Tiere nach wie vor in Käfigen gehalten werden.“

Was Sie tun können

Der Sinneswandel von Mike Moser zeigt, dass niemand zu alt ist, um sich für Tiere einzusetzen:

„Ich bin jetzt 64 Jahre alt. Es ist nie zu spät sich zu ändern. […] Wenn sich die Fakten und die Wissenschaft ändern, dann sollten wir alle bereit sein, uns ebenfalls weiterzuentwickeln.“


Bitte kaufen und tragen Sie niemals Produkte aus Pelz. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Produkt aus Tierhaar oder künstlichem Pelz besteht, lassen Sie es im Zweifel im Regal liegen. Auf unserer Website finden Sie viele weitere Informationen über die Hintergründe von Pelz sowie einen Leitfaden, der aufzeigt, wie man Echtpelz erkennen kann.